Die etwas andere Meerschweinchenseite
  Arztkosten
 

Arztkosten – Gesundheitskosten – Krankenkasse

Meerschweinchen sind in der Anschaffung recht günstig: 20 Euro im Tierladen. 5 Euro für ein Schwein aus der Kinderzimmerzucht des Nachbarn. Oder einfach kostenlos mitnehmen aus dem Pappkarton neben dem Altglascontainer. Das kann sich jeder leisten. Auch die Lebenshaltungskosten sind für die kleinen Fellbirnen überschaubar. Der mit Abstand größte Kostenpunkt, der sich kaum vorausplanen lässt, sind die Kosten für medizinische Versorgung.

Meerschweinchen können – wie jedes andere Lebewesen – krank werden und brauchen dann medizinische Betreuung. Nur wenige Erkrankungen kann man als Schweinehalter mit langjähriger Erfahrung selbst behandeln. In den allermeisten Fällen ist es notwendig, das Schweinchen einem Tierarzt vorzustellen, um eine Diagnose und die notwendigen Medikamente zu erhalten. Meerschweinchen haben keine großen Reserven und sind daher auf möglichst schnelle ärztliche Hilfe angewiesen, wenn sie ein Gesundheitsproblem haben.

Meerschweinchen Flummi in der Hängematte

Wie hoch sind die Kosten für einen Tierarztbesuch?

    Die anfallenden Kosten für einen Tierarztbesuch hängen natürlich von vielen Faktoren ab:
  • welche Erkrankung liegt vor
  • wie viele Untersuchungen sind nötig, um eine sichere Diagnose stellen zu können
  • welche Medikamente werden benötigt
  • wie schnell verläuft die Genesung
  • wie viele Nachbehandlungen sind notwendig
  • wie viele Tiere müssen evtl. mitbehandelt werden (z.B. bei Parasiten)
  • ist ein Krankentransport mit einem Rettungshubschrauber notwendig
  • und viele weitere Faktoren

Bei den Kosten für die tierärztliche Behandlung muss sich der Tierarzt an der Gebührenordnung für Tierärzte orientieren. Diese schreibt Mindestsätze vor, die nicht unterschritten werden dürfen, und Höchstsätze, die ohne Begründung nicht überschritten werden dürfen. Zwischen diesen Grenzen wird der Gebührensatz abhängig vom individuellen Aufwand des Behandlungsfalls festgelegt. Erhöhte Gebührensätze können zum Beispiel verlangt werden, wenn man den Tierarzt zum Krallenschneiden am Ostersonntag nachts um 3 Uhr aus dem Bett klingelt oder wenn ein Tier besonders aggressiv ist und sämtliches Praxispersonal sowie Besucher im Wartezimmer mit bisssicheren Westen und Schutzhelmen ausgestattet werden müssen.

Meerschweinchen Fips

Die Gebührenordnung bietet für Schweinehalter daher nur eine grobe Richtlinie, anhand der man die Behandlungskosten grob abschätzen, aber nicht sicher voraussagen kann. Außerdem muss man berücksichtigen, dass sich die Rechnung für einen einzelnen Tierarzttermin aus verschiedenen Posten zusammensetzt, z.B. bei einer Augenverletzung eine Erstuntersuchung und Beratung, die genaue Untersuchung der Hornhaut, Augensalbe und Augencreme, eine Abschlussuntersuchung evtl. mit erneuter Untersuchung der Hornhaut nach erfolgter Behandlung. So kann man bei einer vergleichsweise harmlosen (und bei Meerschweinchen weit verbreiteten) Heuhalm-Augenpieksverletzung bei völlig komplikationslosem Verlauf schnell mal 50 Euro investieren. Deutlich teurer werden Krankheitsfälle, in denen die genaue Ursache nicht herausgefunden werden kann und langwierige Untersuchungen (Röntgenaufnahme, Kotprobe, Blutuntersuchung, Ultraschall, usw.) notwendig sind und zahlreiche Folgetermine anfallen und eventuell eine kostenintensive Operation mit langwieriger Nachbehandlung notwendig ist. In solchen Fällen fallen insgesamt etliche hundert Euro Behandlungskosten an. Dies sollte man vor der Anschaffung von – vermeintlich günstigen – Meerschweinchen berücksichtigen.

Werden alle Meerschweinchen irgendwann krank?

Wie beim Menschen steigt natürlich auch bei Meerschweinchen mit höherem Lebensalter das Risiko, krank zu werden. Aber auch junge Meerschweinchen werden leicht krank (Blähbauch, Heuhalm-Augenpieksverletzung, Bisswunde bei Streitereien, Haarlinge, Milben, Pilzinfektion, Zahnfehlstellungen, um nur einige Beispiele zu nennen) oder verletzen sich durch wildes Herumgetobe und Gehüpfe. Meerschweinchen hinken im Vergleich zum Automobilhandel noch deutlich hinterher, was die Garantieleistungen angeht. Weder auf Gebrauchtschweine, noch auf Neuschweine gibt es eine Gesundheitsgarantie. Daher muss man auch bei jungen Meerschweinchen grundsätzlich mit anfallenden Tierarztkosten rechnen. Bei Meerschweinchen kauft man im Grunde immer die Katze im Sack (bzw. das Schwein im Beutel). Niemand kann vorher sagen, welche Krankheiten ein Meerschweinchen im Laufe seines Lebens bekommen wird und wie hoch die anfallenden Behandlungskosten sein werden. Nur eins kann man mit großer Sicherheit sagen: Meerschweinchen, die zeitlebens keine einzige Behandlung brauchen, gibt es praktisch nicht.

Meerschweinchen Fips pennt

Gibt es eine Krankenversicherung für Meerschweinchen?

Alle Versuche, die Öttis über einen Familientarif in der gesetzlichen Krankenversicherung mitzuversichern, sind bisher gescheitert. Wir haben bisher nur eine einzige Versicherung entdeckt, bei der man Meerschweinchen überhaupt krankenversichern kann. Da die Tierversicherung.biz der erste und einzige uns bekannte Anbieter ist, verlinken wir für mögliche Interessenten auf unserer Seite. Dies stellt jedoch keine Empfehlung unsererseits dar. Wir empfehlen, sich auf jeden Fall ausgiebig über die Versicherungsbedingungen zu informieren und bei Fragen direkt Kontakt mit dem Anbieter aufzunehmen. Soweit wir sehen konnten, rechnet dieses wirtschaftlich arbeitende Unternehmen mit monatlich durchschnittlich wenigstens 10 Euro Tierarztkosten pro Meerschwein. Für die Öttis als „Privatversicherte“ ist dies ein interessanter Richtwert.

Wie sind die Öttis im Krankheitsfall versichert?

Die Öttis haben ihre kleine private Schweinekrankenversicherung. So sieht sie aus (rechts im Bild):

Krankenkassen-Sparschwein

In dieses Sparschwein zahlen wir regelmäßig kleine Beträge zur Krankenversicherung der Öttis ein. Es empfiehlt sich, regelmäßig einen festen Betrag einzulagern. Dann treffen unerwartete schwere Krankheitsfälle die Haushaltskasse nicht ganz so hart. Als Richtwert hat man mit monatlich fünf Euro pro Schwein zumindest einen Teil der medizinischen Schweineversorgung abgesichert. Mit 10 Euro monatlich pro Schwein sammelt sich mit der Zeit ein recht solides Polster ein, das die Schweine (und Zweibeiner) recht sorgenfrei schlafen lässt. Dennoch kann natürlich eine Häufung mehrerer kostenintensiver Behandlungen auch diese Kasse sprengen. Für Mehrkosten kommt letztlich immer der verantwortliche Zweibeiner auf.

Mit ein paar Tricks lässt sich die Sparschwein-Versicherung regelmäßig ein bisschen aufbessern, ohne dass dem Zweibeiner gleich die Tränen in die Augen schießen.

  • Das Münz-Rückgeld vom Wocheneinkauf kann regelmäßig in die Schweinespardose fließen.
  • Bestimmte Geldstücke (z.B. alle 50-Cent-Münzen) können regelmäßig aus der Geldbörse in die Schweinespardose überwandern.
  • Wenn die Schweine-Oma, Schweine-Patentante oder sonstige nahestehende Schweinefreunde fragen, was sich denn ein Schweinchen zum Geburtstag / Namenstag / Weihnachten / Ostern / Pessachfest / Sommersonnenwende / Mariä Empfängnis / Zuckerfest / 15. April Geburtstag des Großen Führers Genosse Kim Il-sung / Fips Asmussens Geburtstag am 30. April / Bar Mizwa oder ähnlichen Feiertagen wünscht, könnte man neben dem Ein-Kilo-Beutel Wutzgenuss und einem neuen Fernlenkauto einfach auch mal ein paar Taler für die Schweinespardose (oder einen Wertgutschein beim Tierarzt des Vertrauens) bestellen.
  • Alternativ kann auch das Zweibein eine feste Pflichtabgabe wie den traditionellen „Zehnten“ vom Gehalt einzahlen.
  • Der Diebstahl von Silberbesteck in exklusiven Restaurants und die anschließende Veräußerung auf Online-Auktionsplattformen bessert die Schweinekasse beträchtlich auf.
  • Darüber hinaus können Schweinehalter: Opa das Zahngold abschwatzen
  • einen unseriösen Onlineshop mit überteuerten Produkten eröffnen

Meerschweinchen Fips feiert Bar Mizwa

Dürfen Überschüsse aus der Sparschwein-Krankenkasse zweckentfremdet werden?

Sollte es der gesamten Schweinebande entgegen jeder Erwartung tatsächlich gelingen, mehrere Monate ohne gesundheitliche Missgeschicke („Ups, ich bin vom Häuschen gefallen.“ – „Ups, ich bin im Tunnel steckenbeblieben.“ – „Ups, ich hab mich am frischen Gras überfressen.“ usw., usw. …) und somit längere Zeit ohne Tierarztversorgung auszukommen, ist die Euphorie groß und die Gefahr der Veruntreuung der Schweinekrankenkassenbeiträge um so größer. Doch es sollte tunlichst vermieden werden, die vermeintlichen Überschüsse der Schweinekrankenkasse in andere Bereiche zu investieren (Gehegeumbau, Schmatzileckercheneinkauf, Bahamasurlaub, …). Meerschweinchen haben einen sechsten Sinn für Ebbe in der Schweinekasse und reagieren darauf häufig mit stressbedingten Erkrankungen.


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